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Die Gesichter der Bewegung

Feministische & ethische Porno-Regisseurinnen, die man kennen sollte

Feministischer und ethischer Porno rüttelt an den Regeln einer der lukrativsten Branchen der Welt. Und hinter der Kamera erfinden visionäre Regisseurinnen das Genre neu: Filme, die alle erregen und dabei Einvernehmlichkeit, Vielfalt und Respekt in den Mittelpunkt stellen.

Hier sind jene, die zählen, von den historischen Pionierinnen bis zu den aufstrebenden Stimmen. Zu jeder: wer sie ist, wo man ihr folgen kann und womit man anfängt.

Erika Lust

Das Aushängeschild

Wenn man nur eine feministische Porno-Regisseurin nennen dürfte, dann sie. Seit ihrem Manifest-Kurzfilm The Good Girl (2004) hat die Schwedin in Barcelona ein wegweisendes Studio aufgebaut: XConfessions, Lust Cinema… ein preisgekröntes Erwachsenenkino, anspruchsvoll und inklusiv.

Paulita Pappel

Authentizität & Aktivismus

Spanische Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin, in Berlin ansässig und vom queeren Feminismus geprägt. Sie steht hinter Lustery, der Plattform echter Paare, und hinter HardWerk, das den Gang Bang in einer ethischen Version neu erfindet.

Olympe de G

Olympe de G

Die französische Revolutionärin

Die einstige Werbetexterin wechselte 2016 ins Regiefach und dekonstruiert seither die Klischees des Genres mit Filmen und erotischen Podcasts (Voxxx), in deren Mittelpunkt Einvernehmlichkeit, Inklusion und echte Lust stehen.

Lucie Blush

Der Feel-Good-Porno

Ein frischer französischer Wind: Über ihren Blog zufällig ins Genre geraten, dreht sie kurze, rohe und kaum durchinszenierte Filme, die auf einschlägigen Festivals mehrfach ausgezeichnet wurden.

Ovidie

Ovidie

Die engagierte Stimme des Genres

Ikone des französischen Erotikkinos der 2000er-Jahre und „sexpositive Feministin“, Wegbereiterin des Genres in Frankreich, heute unverzichtbare Dokumentarfilmerin und Autorin zu Pornoindustrie und Sexualaufklärung.

Shine Louise Houston

Shine Louise Houston

Die queere Referenz

Gründerin von Pink & White Productions in San Francisco, produziert sie seit 2005 die CrashPad Series, den absoluten Maßstab des unabhängigen queeren US-Pornos.

Vex Ashley

Vex Ashley

Autorinnen-Porno

Britische Performerin und Regisseurin hinter A Four Chambered Heart: ein handgemachter, konzeptueller und hochästhetischer Porno, direkt von ihrer Community finanziert.

Anna Richards

Anna Richards

Erotik der Spitzenklasse

Britische Gründerin von FrolicMe, gestaltet sie sorgfältig gemachte Erotikfilme, gedacht für Paare und den weiblichen Blick.

Petra Joy

Petra Joy

Die Pionierin der Erotica

Deutsche Regisseurin mit Wohnsitz in Brighton, Pionierin der feministischen Erotik (Female Fantasies) und Schöpferin der Petra Joy Awards, die neue Stimmen des Genres auszeichnen.

Jennifer Lyon Bell

Jennifer Lyon Bell

Erzählende Erotik

Die in Amsterdam lebende Amerikanerin dreht mit Blue Artichoke Films preisgekrönte erotische Spielfilme, in denen die Lust ebenso erzählt wie gezeigt wird.

Candida Royalle

Candida Royalle

Diejenige, die alle Türen öffnete

DIE Pionierin. Von der Schauspielerin zur Regisseurin geworden, gründete sie 1984 Femme Productions, um das Begehren aus weiblicher Perspektive zu filmen, und ebnete allen anderen den Weg. 2015 verstorben.

Angie Rowntree

Angie Rowntree

Porno für Frauen, schon seit 1999

Gründerin von Sssh.com, einer der allerersten Porno-Seiten von Frauen für Frauen, bis heute aktiv und regelmäßig ausgezeichnet.

FAQ

Was ist eine feministische Porno-Regisseurin?

Eine Filmemacherin, die das Begehren filmt, ohne jemanden herabzuwürdigen: vor und während des Drehs ausgehandelte Einvernehmlichkeit, faire Bezahlung, weibliche Lust auf Augenhöhe. Das Ergebnis ist mehr als ein Porno „für Frauen“: ein Erwachsenenkino, das besser geschrieben, besser produziert und für alle aufregender ist.

Womit fängt man an, um ihr Werk zu entdecken?

Am einfachsten geht es über ihre Plattformen: XConfessions und Lust Cinema bei Erika Lust, HardWerk bei Paulita Pappel, die CrashPad Series von Shine Louise Houston oder auch FrolicMe von Anna Richards. Die meisten bieten ein Abo ohne Bindung an, mitunter auch einen kostenlosen Film, um sich ein Bild zu machen.

Machen die Regisseurinnen nur „sanften“ Porno?

Ganz und gar nicht. Der feministische Porno deckt das gesamte Spektrum an Praktiken und Intensitäten ab, vom choreografierten Gang Bang bei HardWerk bis zum queeren und Kink-Porno der CrashPad Series. Der Unterschied zeigt sich nicht auf der Leinwand, sondern am Set: Was gezeigt wird, war gewollt, besprochen und einvernehmlich.

Warum für ihre Filme bezahlen?

Weil erst dieses Geschäftsmodell Ethik möglich macht: angemessene Gagen, bezahlte Teams, Tests und Pausen am Set. „Gratis“-Porno finanziert sich anderswo, oft auf Kosten der Mitwirkenden. Schon ab wenigen Euro im Monat finanzieren Sie unmittelbar jene Produktionsweise, die Sie erhalten sehen möchten.